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Vermietung

Den Mietvertrag richtig aufsetzen

Kurz beantwortet: Ein Wohnraummietvertrag ist schnell unterschrieben und langsam repariert. Vier Bereiche entscheiden darüber, ob er im Streitfall trägt: die Mietanpassung (Staffel, Index oder Vergleichsmiete), die Kleinreparaturklausel, die Schönheitsreparaturen und die Kaution. Unwirksame Klauseln werden nicht abgemildert, sondern fallen ersatzlos weg — dann gilt das Gesetz, und das ist fast immer schlechter für den Vermieter.

Staffelmiete, Indexmiete oder Anpassung nach Vergleichsmiete

StaffelmieteIndexmieteVergleichsmiete
Wiefeste Beträge zu festen TerminenAnpassung nach VerbraucherpreisindexErhöhung auf ortsübliche Vergleichsmiete
FormSchriftform im VertragSchriftform im Vertrag, Anpassung in TextformTextform mit Begründung
Rhythmusfrühestens jährlichMiete muss ein Jahr unverändert seinWartefrist 15 Monate, Verlangen frühestens nach 12
ObergrenzeAusgangsmiete unterliegt der Mietpreisbremsenur Ausgangsmiete gebremstKappungsgrenze 15 % in 3 Jahren (München)
Planbarkeithochabhängig von der Inflationabhängig vom Mietspiegel

Bei Index- und Staffelmiete ist die Erhöhung nach § 558 BGB ausgeschlossen. Wichtig bei der Indexmiete: Sie passt sich nicht automatisch an. Ohne Erklärung in Textform, die die Indexänderung und den neuen Betrag nennt, passiert nichts — und die Erhöhung wirkt erst ab Beginn des übernächsten Monats nach Zugang.

Im Gesetzgebungsverfahren Der Regierungsentwurf zum Mietrechtspaket sieht vor, Preissteigerungen über 3 % bei der Indexmiete nur noch zur Hälfte zu berücksichtigen. Stand September 2026 ist das noch nicht verabschiedet. Wer heute eine Indexmiete vereinbart, sollte wissen, dass sich der Rahmen ändern kann.

Kleinreparaturklausel

Sie überträgt kleine Instandhaltungen auf den Mieter — aber nur innerhalb enger Grenzen. Eine Klausel ist regelmäßig unwirksam, wenn sie keine Obergrenze je Einzelfall und keine Jahresobergrenze enthält, wenn sie sich auf Teile erstreckt, die dem häufigen Zugriff des Mieters gar nicht ausgesetzt sind, oder wenn sie dem Mieter die Beauftragung selbst überträgt. Unwirksam heißt: Sie zahlen jede Kleinigkeit.

Schönheitsreparaturen

Das Feld mit den meisten unwirksamen Klauseln. Starre Fristenpläne, Endrenovierungsklauseln und Quotenabgeltungsklauseln sind durch die Rechtsprechung weitgehend erledigt. Besonders wichtig: Wird eine unrenoviert übergebene Wohnung vermietet, lässt sich die Pflicht ohne angemessenen Ausgleich in der Regel nicht wirksam übertragen. Deshalb gehört der Renovierungszustand ins Übergabeprotokoll — mit Fotos.

Kaution

Höchstens drei Nettokaltmieten, zahlbar in drei gleichen Monatsraten, getrennt vom Vermögen des Vermieters anzulegen; die Erträge stehen dem Mieter zu (§ 551 BGB). Abweichungen zum Nachteil des Mieters sind unwirksam. Wie wir Kautionen führen

Was in München zusätzlich in den Vertrag gehört

  • Auskunft nach § 556g Abs. 1a BGB, wenn Sie sich auf eine Ausnahme der Mietpreisbremse berufen — und zwar vor Vertragsschluss, nicht im Vertrag. Details
  • Winterdienst: Die Übertragung der Räum- und Streupflicht funktioniert nur bei klarer Vereinbarung im Vertrag oder in einer einbezogenen Hausordnung. Ein ausgehängter Räumplan genügt nicht.
  • Sonstige Betriebskosten nach § 2 Nr. 17 BetrKV müssen konkret benannt sein — sonst sind sie nicht umlagefähig. Das betrifft zum Beispiel die Wartung von Rauchwarnmeldern.
  • Möblierungszuschlag bei möblierter Vermietung getrennt ausweisen und herleiten.

Was sonst hineingehört

Vollständige Bezeichnung der Mietsache samt Nebenräumen und Stellplatz, Wohnfläche mit Berechnungsgrundlage, Mietbeginn, Betriebskostenvorauszahlung mit Umlageschlüssel, Hausordnung als Anlage, Regelungen zu Untervermietung und Tierhaltung, Angaben zum Energieausweis und die Namen aller Mieter. Bei mehreren Mietern gilt: Wer im Vertrag steht, haftet — bei Gesamtschuld auch für die anderen.

COLYO Redaktion — COLYO ist die Verwaltungsmarke der BM Property Partners GmbH, München. Stand September 2026. Allgemeine Hinweise nach bestem Wissen, keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall.

Häufige Fragen

Fragen zu diesem Thema

Staffelmiete oder Indexmiete — was ist besser?
Die Staffelmiete ist planbar, die Indexmiete folgt der Inflation. Beide schließen die Erhöhung auf die ortsübliche Vergleichsmiete aus. In Phasen niedriger Inflation ist die Staffel meist vorteilhafter, in Phasen hoher Inflation der Index — und beide brauchen Schriftform.
Was macht eine Kleinreparaturklausel unwirksam?
Vor allem eine fehlende Obergrenze je Einzelfall oder je Jahr, die Erstreckung auf Teile ohne häufigen Zugriff des Mieters und die Übertragung der Beauftragung selbst. Eine unwirksame Klausel fällt ersatzlos weg.
Muss der Mieter beim Auszug renovieren?
Nur wenn die Schönheitsreparaturen wirksam übertragen wurden. Bei unrenoviert übergebener Wohnung ist das ohne angemessenen Ausgleich in der Regel nicht möglich. Der Zustand bei Einzug gehört deshalb ins Übergabeprotokoll.
Passt sich eine Indexmiete automatisch an?
Nein. Sie müssen die Anpassung in Textform erklären, die eingetretene Indexänderung angeben und den neuen Betrag nennen. Wirksam wird sie ab Beginn des übernächsten Monats nach Zugang.

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