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Entscheidung

Selbst verwalten oder verwalten lassen? Eine Rechnung, keine Meinung

Kurz beantwortet: Eine vermietete Wohnung kostet in der Selbstverwaltung realistisch 15 bis 30 Stunden im Jahr, bei einem Mieterwechsel 25 bis 35 Stunden zusätzlich. Eine Mietverwaltung in München kostet bei uns 50,00 € brutto je Einheit und Monat, also 600 € im Jahr; diese Kosten sind nicht auf den Mieter umlagefähig, bei vermieteten Wohnungen aber in der Regel als Werbungskosten abzugsfähig. Die Entscheidung hängt weniger am Preis als an zwei Fragen: Haben Sie die Zeit zu den Zeitpunkten, an denen sie gebraucht wird — und tragen Sie das Risiko versäumter Fristen selbst?

Die Frage wird meist als Kostenfrage gestellt und ist keine. 600 € im Jahr für eine Wohnung sind bei einer Münchner Jahresmiete von 11.400 € gut fünf Prozent — eine Zahl, über die man diskutieren kann. Interessanter sind die beiden Zahlen daneben: der Zeitaufwand und das Risiko aus versäumten Fristen.

Wie viele Stunden es wirklich sind

Nicht die gefühlte, sondern die gemessene Liste. Eine vermietete Eigentumswohnung in München, ein Mieter, keine Besonderheiten:

Jahresaufwand Selbstverwaltung, eine Wohnung
AufgabeStunden pro Jahr
Mieteingang prüfen, Konto führen, Belege sortieren3–5
Betriebskostenabrechnung erstellen, versenden, Rückfragen4–8
WEG: Hausgeldabrechnung prüfen, Eigentümerversammlung3–6
Schäden und Mängel: Meldung, Handwerker, Termine, Rechnungsprüfung3–8
Mieterkontakt, Hausordnung, Nachbarschaft1–3
Fristen überwachen, Mietanpassung prüfen und erklären1–3
Steuerunterlagen zusammenstellen2–4
Summe im Normaljahr17–37
Zusätzlich bei Mieterwechsel25–35

Entscheidend ist nicht die Summe, sondern die Verteilung. Ein Rohrbruch passiert am Freitagabend, eine Besichtigung am Samstagvormittag, eine Mängelanzeige während Ihrer Arbeitszeit. Wer berufstätig ist und drei Wohnungen hat, hat nicht 60 Stunden im Jahr zu viel — er hat die 60 Stunden zu den falschen Zeitpunkten.

Was Fehler kosten

Die fünf Fehler, die wir in übernommenen Beständen am häufigsten vorfinden, mit ihrem typischen Preis:

  1. Betriebskostenabrechnung zu spät. Nach zwölf Monaten ist die Nachforderung ausgeschlossen (§ 556 Abs. 3 BGB). Typischer Verlust: 300 bis 900 € je Wohnung und Jahr.
  2. Nicht umlagefähige Positionen umgelegt. Verwaltungskosten und Instandsetzung in der Abrechnung machen sie angreifbar; der Mieter kürzt, oft pauschal. Verlust: der strittige Betrag plus Zeit.
  3. Mieterhöhung formunwirksam. Falsche Begründung, zu früh erklärt, Kappungsgrenze überschritten. Verlust: ein Jahr Erhöhung, also bei 60 € monatlich 720 €.
  4. Indexanpassung vergessen. Nicht nachholbar. Bei 2,5 Prozent auf 1.000 € sind das 300 € im Jahr — dauerhaft, weil die Basis fehlt.
  5. Übergabeprotokoll fehlt oder ist dünn. Dann gibt es bei der Kautionsabrechnung nichts zu halten. Verlust: die gesamte Kaution als Verhandlungsmasse.

Dazu die Fehler, die seltener sind, aber größer: eine Miete über der Grenze der Mietpreisbremse mit Rückforderung über bis zu 30 Monate, und eine Eigenbedarfskündigung, die scheitert.

Was eine Verwaltung kostet

In München reichen die Modelle von der Pauschale je Einheit über Prozentsätze der Jahresmiete bis zu Mischmodellen mit Einzelberechnung. Den Marktvergleich mit allen Abrechnungsarten haben wir hier aufgeschrieben: Was kostet eine Hausverwaltung in München?

Unsere Preise:

  • Wohnung: 50,00 € brutto je Einheit und Monat. Möblierte Wohnungen und Studio-Apartments gelten als eine Einheit.
  • WG-Zimmer: 40,00 € brutto je einzeln vermietetes Zimmer und Monat.
  • Stellplatz, Garage, Keller, Lager: ohne Aufpreis.
  • Neuvermietung: feste Pauschale je Mietvertrag statt der marktüblichen zwei Monatskaltmieten.
  • Keine Einrichtungsgebühr, Kündigungsfrist drei Monate zum Monatsende, keine Mindestlaufzeit.

Steuerlich: Verwaltungskosten sind nicht auf den Mieter umlagefähig — § 1 Abs. 2 BetrKV nimmt sie ausdrücklich aus. Bei einer vermieteten Wohnung sind sie dafür in aller Regel als Werbungskosten abzugsfähig. Was das netto bedeutet, hängt von Ihrem persönlichen Steuersatz ab; die Einordnung im Einzelfall gehört zu Ihrem Steuerberater.

Die Rechnung

Drei Wohnungen in München, Normaljahr mit einem Mieterwechsel
Selbst verwaltenVerwalten lassen
Zeitaufwand80–110 Stunden4–8 Stunden (Freigaben, Rückfragen)
Direkte Kosten0 €1.800 € brutto im Jahr
Software / OrdnungPortal: 3 Einheiten kostenlosenthalten
Neuvermietungeigene Arbeit, 25–35 Stundenfeste Pauschale je Vertrag
Fristenrisikobei Ihnenbei der Verwaltung
Erreichbarkeit für MieterSie, auch abendsVerwaltung, 24 Stunden bei Schäden

Wenn Sie Ihre Zeit mit 40 € ansetzen, kostet die Selbstverwaltung dreier Wohnungen rund 3.200 bis 4.400 € an Arbeitszeit gegen 1.800 € Verwaltungsgebühr. Setzen Sie Ihre Zeit mit null an, weil Sie es gern machen, dreht sich die Rechnung — dann bleibt nur das Fristenrisiko als Argument. Beides sind legitime Rechnungen; wichtig ist, sie offen zu machen.

Der Mittelweg, der oft übersehen wird

Es ist keine Alles-oder-nichts-Entscheidung. Drei Zwischenmodelle funktionieren in der Praxis:

  • Selbst verwalten, aber mit System. Die meisten Fehler in der Selbstverwaltung sind Ordnungsfehler, nicht Wissensfehler: Belege verstreut, Fristen nicht notiert, Zählerstände nicht dokumentiert. Das Vermieter-Portal löst genau das — Mieten, Kosten, Unterlagen und Termine je Einheit, mit Export für den Steuerberater. Für bis zu drei Wohnungen dauerhaft kostenlos, jede weitere 1,99 € brutto im Monat. Einheiten, die wir verwalten, zählen nicht mit.
  • Nur die Vermietung abgeben. Der Mieterwechsel ist der Block mit dem größten Zeitaufwand und dem größten Risiko. Wer ihn abgibt und den Rest selbst macht, nimmt sich die Spitze.
  • Nur die Abrechnung abgeben. Betriebskosten- und Heizkostenabrechnung sind die fehleranfälligsten Aufgaben; siehe Nebenkostenabrechnung erstellen lassen.

Wann welches passt

Selbstverwaltung passt, wenn Sie eine oder zwei Wohnungen haben, in oder nahe München wohnen, zeitlich flexibel sind, einen Handwerkerstamm haben und sich die Fristen zutrauen. Dann ist sie die wirtschaftlichere Wahl — und das Portal reicht als Werkzeug.

Verwaltung passt, wenn eines davon zutrifft: Sie haben drei oder mehr Einheiten; Sie wohnen nicht in München oder im Ausland (dazu Vermieten aus dem Ausland); Sie vermieten möbliert oder an WGs mit häufigen Wechseln; Sie haben einen schwierigen Mieter oder einen Zahlungsausfall; Sie sind beruflich so gebunden, dass Sie tagsüber nicht erreichbar sind; oder Sie haben in den letzten zwei Jahren eine Frist verpasst.

Der letzte Punkt ist der ehrlichste Indikator. Wer eine Betriebskostenabrechnung zu spät verschickt hat, wird es wieder tun — nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil das System fehlt.

Wenn Sie wechseln wollen: Der Übergang von einer bestehenden Verwaltung ist weniger Arbeit als die meisten befürchten; wir fordern die Unterlagen beim bisherigen Verwalter an und informieren die Mieter. Der Ablauf in sechs Schritten: Hausverwaltung wechseln.

Allgemeine Hinweise nach bestem Wissen, Rechtsstand Oktober 2026. Keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall.

COLYO Redaktion — COLYO ist die Verwaltungsmarke der BM Property Partners GmbH, München. Stand Oktober 2026. Allgemeine Hinweise nach bestem Wissen, keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall.

Häufige Fragen

Häufige Fragen

Wie viel Zeit kostet eine vermietete Wohnung im Jahr?
In einem Normaljahr 17 bis 37 Stunden für Mieteingang, Abrechnung, WEG, Schäden, Mieterkontakt, Fristen und Steuerunterlagen. Bei einem Mieterwechsel kommen 25 bis 35 Stunden hinzu. Entscheidend ist nicht die Summe, sondern dass die Zeit zu unvorhersehbaren Zeitpunkten gebraucht wird.
Was kostet eine Mietverwaltung in München?
Bei COLYO 50,00 € brutto je Wohnung und Monat, 40,00 € je einzeln vermietetes WG-Zimmer. Stellplatz, Garage, Keller und Lager sind ohne Aufpreis dabei, es gibt keine Einrichtungsgebühr, die Kündigungsfrist beträgt drei Monate zum Monatsende. Die Neuvermietung läuft über eine feste Pauschale je Mietvertrag.
Kann ich die Verwaltungskosten auf den Mieter umlegen?
Nein. § 1 Abs. 2 der Betriebskostenverordnung nimmt Verwaltungskosten ausdrücklich von den umlagefähigen Betriebskosten aus. Bei einer vermieteten Wohnung sind sie dafür in der Regel als Werbungskosten abzugsfähig — die Einordnung im Einzelfall gehört zu Ihrem Steuerberater.
Ab wie vielen Wohnungen lohnt sich eine Verwaltung?
Es gibt keine feste Grenze. Bei einer oder zwei Wohnungen in München und zeitlicher Flexibilität ist die Selbstverwaltung meist wirtschaftlicher. Ab drei Einheiten, bei Wohnsitz außerhalb Münchens, bei möblierter oder WG-Vermietung und bei einem schwierigen Mietverhältnis kippt die Rechnung.
Gibt es einen Mittelweg zwischen selbst und abgeben?
Ja, drei: selbst verwalten mit einem System für Belege und Fristen — das Vermieter-Portal ist für bis zu drei Wohnungen dauerhaft kostenlos; nur die Neuvermietung abgeben, weil dort der größte Aufwand liegt; oder nur die Betriebs- und Heizkostenabrechnung abgeben, weil sie am fehleranfälligsten ist.

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